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Interview mit Carolin – Leben à la carte!

Wer bist du und was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Bis vor einigen Monaten war ich nach außen hin noch das, was man in unserer Gesellschaft wohl „ganz normal“ nennt: Lehramtsstudentin und der festen Überzeugung, dann bald irgendwo im Klassenzimmer zu stehen. So wirklich „normal“ war ich aber noch nie: Sobald ich irgendwo eine Lücke in meinem Terminkalender hatte, ging es auf Reisen, nach mehr als ein paar Wochen an einem Ort oder bei wenig abwechslungsreichen Aufgaben war mir schnell langweilig.
Nicht zu vergessen, dass ich mit Anfang 20 schon geheiratet habe, wofür ich meist verdutzte Blicke ernte und wahlweise in die Schublade „streng religiös“ oder „naiv“ gesteckt werde. Bin ich aber beides nicht, keine Sorge, haha. Mittlerweile planen mein Mann Simon und ich eine Open-End-Weltreise, wir arbeiten allein und auch gemeinsam an verschiedenen Projekten (er als Programmierer und IT-Spezialist, ich als Bloggerin und Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache).

Es gibt viele Arten zu reisen. Wie reist du? Worauf legst du Wert?
Gute Frage. Ich bin zwar grundsätzlich nur mit meinem Handgepäck-Rucksack unterwegs und liebe das Leben ohne Konventionen. Trotzdem würde ich mich nicht als klassische Low-Budget-Backpackerin beschreiben. Meist buche ich nur ein Ticket an den Ort meiner Wahl und maximal die ersten Nächte, denn ich liebe es, so flexibel wie möglich zu sein. Mein minimalistischer Hippie-Lifestyle gefällt mir super: Je weniger Besitz, desto leichter fühlt sich das Leben an und es bleibt außerdem mehr Geld für andere Dinge. Das geben Simon und ich dann beispielsweise gerne für Besuche im Saunagarten, Essen im Restaurant oder eine schöne Unterkunft aus.
Wenn ich alleine unterwegs bin, checke ich gern für ein paar Tage im Hostel-Schlafsaal ein, ansonsten bevorzuge ich aber eine komfortable Rückzugsmöglichkeit, in der wir auch ungestört arbeiten können. Luxus ist überhaupt nicht mein Ding, aber ein geräumiges Zimmer und nach Möglichkeit auch ein eigenes Bad sind schon nicht zu verachten. Am liebsten komme ich viel mit Einheimischen in Kontakt, dabei entstehen oft die tollsten Erinnerungen!

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Ich weiß, es ist unmöglich, nur eins auszuwählen, aber: Erzähl uns von deinem schönsten Reiseerlebnis!
Verdammt, das ist jetzt echt schwierig. Ich war die letzten vier Jahre trotz Studium so viel unterwegs und habe so viele geile Erfahrungen gemacht, dass es mir extrem schwerfällt, mich für eins zu entscheiden. Objektiv betrachtet fallen mir da jetzt zuerst meine Dromedar-Wüstentour in der marokkanischen Sahara, unsere Backpacking-Flitterwochen in Thailand, Sprachkurse in Spanien und meine erste große Reise nach Australien ein.
Das für mich schönste Reiseerlebnis war allerdings ein Ballermann-Urlaub – und das liegt nicht an Sangria und dem Bierkönig.
Zwischen durchzechten Nächten und viel Ausschlafen haben wir jeden Tag die Insel erkundet und am 02. Mai 2014 ist Simon in einer einsamen, türkisblauen Bucht bei strahlendem Sonnenschein vor mir auf die Knie gegangen und hat mich gefragt, ob ich ihn heiraten möchte. Da sind dann auch direkt alle Staudämme in meinen Augen gebrochen…

Von Deinen Reiseerlebnissen erzählst Du auch auf Deinem Blog. Wie kam es dazu?
Das ist eine gute Frage! Vor bestimmt zehn Jahren habe ich einen Blog bei Blogger registriert und musste feststellen, dass ich eigentlich gar keinen Plan davon hatte. Dann saß ich irgendwie jeden Tag davor, habe die weiße Seite angestarrt und bin nicht auf die Idee gekommen, mal zu googlen, wofür so ein Blog eigentlich gut ist. Das geriet dann in Vergessenheit und irgendwie dachte ich immer, dass mein Leben zu langweilig ist und sich sowieso niemand dafür interessiert – Selbstbewusstsein war damals nicht gerade meine Stärke…
Ende 2015 bin ich für ein halbes Jahr nach Paris gegangen, um dort in der Banlieue Deutsch als Fremdsprache am Gymnasium zu unterrichten. Dafür hatte ich einen Blog für Familie und Freunde gestartet, weil auch ich irgendwann keinen Bock mehr habe, immer wieder die gleiche Story zu erzählen. Also konnten einfach alle, die es interessiert hat, online nachlesen, was bei mir gerade so passiert. Als mir irgendwann ziemlich viele Leute, die ich gar nicht kannte, geschrieben haben, dass sie meinen Blog so gern lesen, habe ich erstmals angefangen, mich über die Möglichkeiten des (professionellen) Bloggens zu informieren. Auslöser war zum Beispiel ein Gastartikel von mir, den Carina von Pink Compass auf ihrem Blog veröffentlicht hat – da war ich dann irgendwie schon ganz schön stolz drauf.

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Wie vereinbarst Du die Arbeit am Blog mit dem Reisen?
Mein neuer Blog ist erst seit Juli online, vorher war das daher noch gar keine Frage. Da wir im nächsten Jahr (das braucht ja nun mal etwas Vorbereitung) als Digitale Nomaden endgültig die Zelte in Deutschland abbrechen wollen, war die Anschaffung eines ordentlichen Arbeitsgeräts absolut notwendig und mein Acer Aspire S13 ist super und passt prima ins Handgepäck. Generell reise ich eher langsam und bleibe lieber länger an einem Ort. Von daher ist das alles überhaupt kein Problem, sofern ich stabiles WLAN habe.

Super, vielen Dank für die Insights ins Leben eines Bloggers!
Nun noch eine letzte Frage: Angenommen, Du bekommst abends einen Anruf: Dein Lieblingsmensch möchte mit Dir verreisen, aber schon morgen früh! Für ein paar Tage weg, nur mit Handgepäck und ohne Planung. Bist Du spontan genug? Und wo solls hingehen?

Gerne doch, es freut mich sehr, dass ich dabei sein durfte 🙂 Generell trifft deine Beschreibung super auf mich zu und ich wäre sofort dabei. Vor ein paar Wochen habe ich Simon mittags aus der Uni angerufen und ihm vorgeschlagen, nach Vorlesungsende spontan für einen Abend zur Nordsee hochzufahren, weil ich mal wieder das Meer sehen wollte und die Semesterferien noch so weit (über zwei Wochen, haha) entfernt waren. Drei Stunden später saßen wir mit einigen Kaltgetränken und einer Decke im Auto Richtung Norden. Ich muss allerdings gestehen: Manchmal sieht das bei mir – aus unerklärlichen Gründen – auch ganz anders aus. Muss am Zyklus und den Hormonen liegen *hust* Dafür bin ich dann aber immer froh, dass mein lieber Mann das alles mit Humor nimmt…

Liebe Caro – vielen Dank für dieses herzliche Interview! Wer jetzt neugierig geworden ist: Caros nagelneuen Blog findet ihr unter

http://www.lebenalacarte.de/ . 

Außerdem könnt ihr (fast) live verfolgen, wo sie sich gerade rumtreibt:
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