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Interview mit Anne & Sebastian – Reisefroh!

Wer seid ihr und was macht ihr eigentlich den ganzen Tag?

Wir sind Anne und Sebastian, zwei neugierige Weltenbummler, Reiseblogger und Online-Unternehmer. Wir haben unsere Bürojobs gegen die Freiheit getauscht, unsere Wohnung gegen einen Rucksack und sind nun seit Juli 2016 unterwegs, ohne Rückreisedatum. Das Besondere: Während unserer Reise haben wir das Ziel, mindestens 100 Solaranlagen für Menschen in Entwicklungsländern zu installieren.

Eine tolle Mission, ich möchte mehr wissen! Zuerst aber eine andere Frage: Wie reist ihr? Worauf legt ihr Wert?

Auf Reisen geht es uns vor allem darum, tief in fremde Kulturen einzutauchen. Wir reisen nicht für Postkartenmotive oder um möglichst viele Länder auf unserer Liste abzuhaken, sondern für einmalige Erlebnisse. Wir versuchen die Mentalität, Traditionen und Werte der Einwohner zu verstehen, ein neues Land wirklich für uns zu „entdecken“ und so nahe wie möglich in Kontakt mit den Einheimischen zu kommen. Daher reisen wir sehr langsam, bleiben manchmal auch mehrere Wochen an einem Ort und bewegen uns gerne fernab der klassischen Touristenpfade… Besonders durch unsere Solarprojekte in ländlichen Regionen bekommen wir unbezahlbare Einblicke in das „wahre“ und oft sehr harte Leben der Menschen abseits des Massentourismus.

Reisen bedeutet für uns aber auch grenzenlose Freiheit. Es gibt für uns nichts Schöneres als jeden Tag aufs Neue entscheiden zu können wie wir ihn verbringen möchten. Daher buchen wir nur selten etwas im Voraus und haben keine feste Route. Wir sind sehr spontan unterwegs, immer offen für Neues und stets auf der Suche nach Dingen, die wir davor noch nie gemacht haben.

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Und ihr installiert während eurer Weltreise auch Solaranlagen? Erzählt uns doch ein bisschen mehr darüber.

Bereits 2014 haben wir den gemeinnützigen Verein SunHelp International e.V. gegründet, mit dem Ziel, Solaranlagen in armen und ländlichen Gegenden der Welt zu installieren. Seitdem reisen wir um die Welt um ehrenamtlich – und getreu dem Vereins-Motto – ‚Licht ins Dunkel‘ zu bringen. Klar, bei weltweit rund 1,2 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Elektrizität sind die kleinen Solaranlagen zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber für die betroffenen Personen macht es eben doch einen unglaublichen Unterschied. Wie groß die Verbesserung der Lebensqualität tatsächlich ist, können wir bei jedem unserer Projekte hautnah miterleben. Die Menschen sind oft zu Tränen gerührt wenn sie zum ersten Mal endlich elektrisches Licht haben! Doch die Solaranlage gibt den Familien noch viel mehr als nur Licht, nämlich Hoffnung. Hoffnung auf Veränderung, auf ein besseres Leben, eine bessere Zukunft. Durch den Einsatz der umweltfreundlichen Solarenergie sparen sie nun nicht nur das Geld für teure Kerzen sondern können endlich auf die extrem gesundheitsschädlichen Petroleumlampen verzichten.
Ein Projekt in Kambodscha ist uns dabei in ganz besonderer Erinnerung geblieben. Davon erzählen wir in unserem Artikel “Wie eine kleine Solaranlage das Leben einer ganzen Familie verändern kann“.

Diese Art zu reisen ist für uns unbezahlbar. Denn nichts macht uns selbst glücklicher als das Lächeln, die Freude und die Dankbarkeit der Menschen denen wir helfen können. Und dabei lernen wir unglaublich viel über die Einwohner, deren Schicksale, die Kultur des Landes – aber auch über uns selbst.

Der Mensch lernt bekanntlich durch Kontakt mit anderen und durch Erfahrungen. Ich weiß, es ist unmöglich, nur eins auszuwählen, aber: Erzählt uns von eurem schönsten Reiseerlebnis!

Es gibt für uns unzählig viele Erlebnisse für die es sich bereits gelohnt hat zu reisen. Und dennoch ist da diese eine, ganz besondere Erinnerung – dieser eine Tag auf Reisen, an den noch kein anderer herankommen konnte:

2014 verbrachten wir eine lange Zeit in Nepal und reisten durch dieses kleine, mystische Land mitten im Himalaya. Als große Trekking-Fans konnten wir uns den wunderschönen Annapurna-Trek natürlich nicht entgehen lassen! Und so wanderten wir insgesamt 14 Tage durch die atemberaubende Landschaft des höchsten Gebirges der Welt. Ausgerechnet am Tag bevor wir den Pass auf 5.416 Metern überqueren wollten gab es einen heftigen Schneesturm… Wir saßen in einer kleinen Steinhütte und unsere Aufregung hätte nicht größer sein können! Konnten wir am nächsten Tag zur Königsetappe aufbrechen? Würden wir die Wege im Neuschnee überhaupt finden? Was, wenn nicht?

Nach einer sehr kurzen, schlaflosen Nacht brachen wir schon vor Sonnenaufgang auf. Noch immer war alles zugeschneit und es war eisig kalt. Wir stapften durch den Schnee, sahen die Abdrücke von Schneeleoparden und kämpften mit der immer dünner werdenden Luft. Doch dann,  nach sechs harten Stunden auf über 5.000 Metern hatten wir es tatsächlich geschafft! Wir standen mitten auf dem Pass, umgeben von majestätischen Siebentausendern. Welch ein Gefühl! Glück! Freiheit! Und was für eine sagenhafte Aussicht. Wir wurden für jeden anstrengenden Schritt doppelt belohnt. Auch die Sonne war mittlerweile aufgegangen, und so setzten wir uns mitten in den Schnee, schauten uns strahlend an und waren einfach nur glücklich. Und als sei dieser Moment nicht schon perfekt genug, machte mir Sebastian genau in diesem Augenblick einen Heiratsantrag… 🙂

Unseren ausführlichen Trekking-Guide zum Annapurna-Trek mit allen Infos um die Wanderung auf eigene Faust meistern zu können und vielen tollen Bildern findest Du im Online Reiseführer Annapurna-Trek.

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Das bringt uns zu eurem Blog: Dort erzählt ihr von euren Erlebnissen. Wie kam es dazu?

Als wir die Entscheidung trafen, unsere Jobs zu kündigen und für unbestimmte Zeit auf Weltreise zu gehen, fielen uns ein riesiger Stein vom Herzen und eine unglaubliche Last von unseren Schultern… Interessanterweise hatten wir diese Last davor gar nicht so bewusst wahrgenommen. Aber als sie nicht mehr da war, als die Alltagsroutine endlich durchbrochen wurde, fühlten wir uns plötzlich frei, unabhängig und… glücklich!

Wir merkten schnell dass unsere Entscheidung einer Weltreise ohne Rückreisedatum und auch die Idee, unterwegs Solaranlagen zu installieren, auf großes Interesse und viel Unterstützung stieß. Und so haben wir uns dazu entschlossen einen Reiseblog zu gründen. Wir möchten andere an unseren Reisen teilhaben lassen, von unseren Abenteuern, Erlebnissen und Solarprojekten berichten und natürlich auch dazu ermutigen, ihren eigenen Traum zu leben.

Daher finden unsere Leser auf reisefroh.de alles rund ums Thema Weltreise. Die Planung, die Kosten, viele hilfreiche Reisetipps und ausführliche, aktuelle aber vor allem verlässliche Informationen zu allen Ländern die wir bereisen.

Gleichzeitig ist auch das Thema Solarenergie ein Schwerpunkt unseres Reiseblogs. Wir berichten über unsere spannenden Eindrücke die wir während unserer Solarprojekte sammeln und erzählen von unseren Erlebnissen, die weit entfernt sind von den schicken Hotels und Cafés der Städte, und dabei doch viel näher am ‚echten‘ Leben der Einwohner passieren. Wir erzählen auch über all die witzigen, traurigen aber stets unvergesslichen Momente von unterwegs und möchten so auch zeigen, dass es neben der „klassischen Weltreise“ noch viele weitere spannende und abenteuerreiche Möglichkeiten gibt die Welt mit all ihren Facetten zu entdecken.

Während unserer Reisen verbringen wir viel Zeit in Entwicklungsländern und haben oft mit einer schlechten Energieversorgung zu kämpfen. Auf unserem Reiseblog berichten wir über innovative Solarprodukte um unabhängig, umweltschonend und einfach immer und überall Strom auf Reisen zu haben. Wir erzählen von einfachen aber genialen Ideen, die es geschafft haben unseren Reisealltag und auch den von einigen unserer Leser zu revolutionieren.

Wir sehen in der Solarenergie ein riesiges Potential für alle Reisende, die sich gerne abseits klassischer Pfade bewegen, viel in der Natur unterwegs sind und lieber Abenteuer auf eigene Faust unternehmen möchten. Deswegen werden wir auch diese Sparte auf unserem Reiseblog in nächster Zeit weiter ausbauen! 🙂

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Gerade seid ihr in Laos unterwegs. Wie gefällts euch?

Laos ist das Asien unserer Träume und ein Land voller Überraschungen. Die letzten Tage haben wir uns spontan ein Motorrad gemietet und sind 500km durch Zentrallaos gefahren. Dieses Abenteuer war definitiv eines der schönsten Erlebnisse bisher! Während wir durch die atemberaubende Landschaft fuhren, uns der kühlende Wind der Freiheit ins Gesicht blies und wir köstliche Tropenfrüchte in Gegenden kauften, in denen sich kaum ein Tourist jemals verirrt hatte, sahen wir so viel vom Land und entdeckten gleichzeitig ein ganz neues Level von Freiheit.

Die Laoten, die mit ihrer sehr entspannten Lebensweise auch die Erfinder der Entschleunigung sein könnten, empfingen uns wo wir auch hinkamen mit einem breiten Lächeln. Oft kamen neugierige Kinder angerannt um uns winkend oder mit einem ‚High Five‘ zu begrüßen. Laos ist wunderschön, ursprünglich und unverfälscht. Es wird nicht umsonst als das „Thailand von vor 30 Jahren“ bezeichnet.

Dieses kleine Land in Südostasien hat uns jedenfalls total fasziniert! Und liebe Reisende, falls sich Laos noch nicht auf eurer ‚Liste der Länder die ihr unbedingt gesehen haben möchtet‘ befindet, dann bitte ganz weit oben ergänzen. 🙂

Wie vereinbart ihr die Arbeit am Blog mit dem Reisen?

Unser Rezept zum Glücklichsein lautet: langsam reisen! Denn so haben wir nicht nur Zeit für unser Online-Business und unseren Reiseblog, sondern auch um all die intensiven Erlebnisse zu verarbeiten. Auf Reisen ist jeder Tag anders, neu, aufregend und auch die Umgebung wechselt ständig. Alle paar Tage muss man sich nochmal ‚neu einleben‘ und neu orientieren. Auch wenn diese Tatsache eine der Dinge ist, die wir auf Reisen sehr lieben, so ist es doch jedes Mal eine Umstellung – für Körper und Geist. Neues Bett, neues Essen, neue Eindrücke, das kann auf Dauer anstrengend sein. Daher lassen wir uns unterwegs viel Zeit und bleiben oft mehrere Tage oder Wochen an einem Ort.

Ein wichtiger Tipp für längere Reisen. Nun noch eine letzte Frage: Angenommen, ihr bekommt die Möglichkeit, gleich morgen früh loszufliegen, innerhalb Europas irgendwohin. Für ein paar Tage weg, nur mit Handgepäck und ohne Planung. Seid ihr spontan genug? Und wo möchtet ihr hin?

Spontan die Welt entdecken? Da sind wir sofort dabei und würden uns liebend gerne direkt in den Flieger setzen! Auch wenn es viele Länder gibt die wir in Europa noch bereisen möchten, so träumen wir schon lange von Island. Die Bilder und Berichte über die atemberaubende Landschaft faszinieren uns immer wieder! Nur Handgepäck ist für uns auch überhaupt kein Problem da wir ohnehin mit max. 10 kg unterwegs sind. 🙂

Neben Island stehen aber auch Portugal, Finnland und der Balkan weit oben auf unserer Wunschliste.

Es gibt also noch viel zu tun! Vielen Dank für das spannende Interview und viel Erfolg mit eurem Projekt – unsere Unterstützung habt ihr!
Wer mehr von Anne & Sebastian erfahren oder sich über ihren Verein informieren möchte, findet weitere Informationen unter:

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